Archiv für 'Charles Baudelaire'Kategorie

Zu Großem ist die Dichtung berufen!

April 23, 2008

C h a r l e s B a u d e l a i r e

Zu Großem ist die Dichtung berufen! Ob fröhlich oder klagend, immer wird sie in sich das göttliche Wesen der Zukunft tragen. Unaufhörlich wird sie der Wirklichkeit widersprechen, sonst würde sie nicht mehr sein. Im Kerker wird sie Revolte, am Fenster des Hospitals ist sie heiße Hoffnung auf Genesung, in der schäbigen und schmutzigen Mansarde schmückt sie sich wie eine Fee, verschwenderisch und elegant; sie prangert nicht nur an, sie heilt. Überall kämpft sie gegen die Ungerechtigkeit.

Das Universum als Vorratskammer

April 23, 2008

C h a r l e s B a u d e l a i r e

>[...] das ganze Universum ist nichts als eine Vorratskammer von Bildern und Zeichen, denen die Phantasie den entsprechenden Platz und Wert anweist; es ist eine Art von Nahrung, die die Phantasie verdauen und umbilden muß. Alle Fähigkeiten der menschlichen Seele sollten sich der Phantasie unterordnen, die sie alle zugleich in Beschlag nimmt. So daß eine gute Kenntnis des Wörterbuches noch nicht notwendig eine Kenntnis der Kunst der Anordung bedeutet und auch diese Kunst noch nicht eine allumfassende Vorstellungskraft. Ein guter Maler braucht kein großer Maler zu sein, aber ein großer Maler ist zwingend ein guter Maler, denn die allumfassende Vorstellungskraft schließt das Wissen um alle Mittel und den Wunsch, sie zu erwerben, ein.<

Charles Baudelaire schreibt über den Maler Eugène Delacroix